Predigt vom 22.03.2020

Die Hoffnung wächst auf meiner Fensterbank

Auf meiner Fensterbank stehen Schälchen voll dunkler Erde. Das sieht trostlos aus, im Gegensatz zu den Blumentöpfen, die sonst dort stehen. Diese dunkle, schwere Fläche braucht viel Pflege, jeden Tag gießen, in die Sonne stellen, manchmal muss man sie mit Folie abdecken.

Dunkel und schwer ist auch diese Zeit. Wir warten auf eine Krankheit und hoffen, dass unsere Lieben alles gut überstehen. Manche sind gesundheitlich am Ende, anderen bricht es wirtschaftlich das Genick. Es sieht schwarz aus. Wir brauchen Kraft. Es ist ganz schön schwer in diesen Tagen.

Jesus erzählt: Tief in dieser dunklen Erde ist etwas verborgen! Ein Samenkorn. Es wird keimen, er wird ganz zart ein Blatt aus der Erde strecken. Und wachsen. Dann wird die dunkle schwarze Fläche nach und nach grün. Und irgendwann blüht es und alles wird neu.

Auch in dieser Zeit schlummert etwas in uns. Eine Hoffnung. Eine Zuversicht. Klein wie ein Samenkorn. Aber es kann wachsen. Mitten im Tod beginnt neues Leben. Trotz allem was uns beschwert: Gott ist da. Verborgen zwar, aber in der Tiefe steckt eine neue Möglichkeit. Die Erde bleibt, das Dunkle gehört auch zu unserem Leben, aber darin ist schon neues Leben.

Auf meiner Fensterbank wachsen Dahlien. In uns wächst in dieser Zeit das Vertrauen, dass Gott uns begleiten wird. Die Hoffnung auf Liebe und Licht und sein Reich.

Amen.

 

 

 

 

 

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