Nisthilfe für Wildbienen auf dem Friedhof

Christa Potratz und Jürgen Sessner Foto: Roswitha Hilmer

 

Friedhöfe sind nicht nur Orte der Erinnerung und Trauer, Sie sind auch wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.Neben alten Bäumen kann auch die Grabgestaltung zur ökologischen Vielfalt beitragen. So können Gräber blühende Inseln darstellen, die nicht nur das menschliche Auge, sondern auch Schmetterlinge und Bienen erfreuen. Dabei müssen sie keineswegs ungepflegt und verwildert aussehen! Eine kombinierte Bepflanzung aus Bodendeckern, Kleinsträuchern, Frühlings- und Sommer Stauden können das ganze Jahr hindurch blühen und garantieren Nahrung für vielerlei Insekten.

Wir hören immer wieder von einem alarmierenden Insektenrückgang. Die Vielfalt schwindet, Arten sterben aus. In Deutschland sind bereits über 40 Prozent der Schmetterlinge ausgestorben oder bestandsgefährdet. Bei Wildbienen, die viel höhere Ansprüche an ihrem Lebensraum haben als Honigbienen, sind mehr als die Hälfte der 560 Arten in ihrem Bestand bedroht, mit steigender Tendenz. Die Gründe dafür sind vielseitig. Monokulturen auch in den Kleingärten, Einsatz von Pestiziden und fehlende Nistmöglichkeiten.

Aber wir brauchen diese fleißigen Insekten. Durch ihre Bestäuberleistung wird nicht nur sichergestellt, dass die Pflanzenwelt fortbesteht und ihre Vielfalt erhalten bleibt. Auch viele Vogelarten werden bei einem weiteren Rückgang Probleme bekommen, genügend Nachwuchs aufzuziehen.

Gemeinsam mit Herrn Hans Jürgen Sessner von der NABU und Frau Christa Potratz vom Kirchenvorstand haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir unseren Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht auf dem Friedhof in Immensen leisten können.

So haben wir am Montag, den 18.06. eine von Herrn Sessner in Eigenleistung erstellte und gespendete Wildbienen-Nisthilfe auf unserem Friedhof aufgestellt und hoffen auf zahlreichen Einzug.

Dabei sucht sich die weibliche Biene eine geeignete Brutzelle. Sie legt ein Ei und trägt Pollen und Nektar als Futtervorrat hinein. Je nach Art wird diese mit Baumaterial geschlossen und es folgt die nächste Brutzelle und so weiter. Der Futtervorrat reicht für die gesamte fast elfmonatige Entwicklung vom Ei über die Larve bis zur fertigen Biene.

Um das Nahrungsangebot für unsere Wildbienen zu erhöhen, werden wir einige der frei werdenden Grabflächen dazu nutzen, hier kleine blühende Inseln entstehen zu lassen. Auch der Platz rund um die Nisthilfe wird von uns mit Unterstützung von Herrn Sessner umgestaltet, sodass wir im nächsten Jahr neues Leben auf dem Friedhof begrüßen können.

 

 

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