Kirchengeschichte der Gemeinde Immensen

Hinweise auf eine eigene Kapelle

Kirchenmodell von 1440
Modell von 1440 Foto: Ch.Potratz

Nach verschiedenen Aufzeichnungen gehörte Immensen zunächst zur Kirche in Burgdorf im Archidiakonat Sievershausen. Später trennten sich einige Dörfer von Burgdorf und gründeten eigene Kirchengemeinden, so auch Steinwedel mit Aligse und Immensen. Als Datum dieser Trennung werden die Jahre 1302 und 1355 genannt.

Auch zu der Frage, seit wann es in Immensen als einzigem Dorf des Kirchspiels Steinwedel eine eigene Kapelle gab, existieren zwar Hinweise, aber keine urkundlichen Belege. In einem handschriftlichen „Inventarium“ des damaligen Steinwedeler Pastors Andreas Franke aus dem Jahr 1649 heißt es: „Weill vermuthlich ist, dass das hinterste theill der Kirchen zu letzt hintenan gebawet, ist solches nach ausweisung des ecksteins geschehen Anno 1414“.

Ein Anbau ist nur an einem bestehenden Gebäude möglich, daher ist davon auszugehen, dass es bereits eine Kapelle gab. Die Jahreszahl 1414 war für die Kirchengemeinde Immensen Anlass, im Jahr 2014 auf 600 Jahre Kirchengeschichte in Immensen hinzuweisen und dies mit verschiedenen Veranstaltungen zu würdigen.

Die ersten Kapellen waren Fachwerkhäuser

Kirchenmodell von 1769
Modell von 1769 Foto: Ch.Potratz

Die ersten Kapellen dürften Fachwerkhäuser gewesen sein, die trotz regelmäßiger Reparaturen nur eine begrenzte Dauer bestanden. So wurde beispielsweise 1768 festgestellt, dass „die Capelle zu Immensen Von grund auff new gebauet werden muß“, weil offenbar die Bausubstanz entsprechend marode war. Der Neubau wurde im folgenden Jahr 1769 fertiggestellt.

Doch schon einhundert Jahre später musste sich die Verantwortlichen mit der Frage einer Vergrößerung der Kapelle befassen, weil die Einwohnerzahl im Ort gestiegen war und sich die Gemeinde Immensen damals durch einen zahlreichen Besuch der Gottesdienste auszeichnete. Man entschied sich 1877, die Kapelle etwas nach Osten zu verlängern und baute den heutigen Chorraum an. Anfang 1878 waren die Bauarbeiten abgeschlossen.

Immensen war das größte der Dörfer im Kirchspiel Steinwedel, hatte folglich auch den größten Anteil der Kosten zu tragen und musste daneben die eigene Kapelle unterhalten. Verständlich, dass sich die Immenser schon frühzeitig bemühten, diese Doppelbelastung zu beenden und selbstständige Kirchengemeinde zu werden. Erstmals versuchte man 1686 diesen Trennungsschritt. Die vorgesetzten Kirchenbehörden sahen das damals und auch bei späteren gleich lautenden Anträgen anders und versagten die Zustimmung. Im Jahr 1885, also fast genau zweihundert Jahre nach dem ersten Antrag, versuchten es die Immenser erneut und fanden diesmal Unterstützung u.a. beim Superintendenten in Burgdorf. Die Trennung konnte nunmehr vorbereitet werden, wenngleich es bis zur Entscheidung noch 15 Jahre dauern sollte.

Mit dem Umbau schuf man das heutige Aussehen

Krchenmodell von 1900
Modell von 1900 Foto: Ch.Potratz

Die Verfahrensschritte hierzu liefen parallel mit den Planungen für einen Umbau der Kapelle zu einem angemessenen Kirchengebäude. Nach Plänen des Konsistorialbaumeisters Prof. Mohrmann blieb dabei die bisherige Bausubstanz der Kapelle weitgehend erhalten und wurde ergänzt um den seitlich versetzten Turm mit dem dahinter liegenden Seitenschiff.

Mit diesem Umbau in den Jahren 1899/1900 schuf man das heute noch markante Aussehen des Kirchengebäudes in der Mitte des Ortes.

Am 12. Mai 1900 erklärte sich das Konsistorium in Hannover mit der Umwandlung der Kapellengemeinde Immensen in eine eigenständige Kirchengemeinde einverstanden. Die entsprechende Errichtungsurkunde trat dann am 1. April 1901 in Kraft.

 

Quellen:

Meyer, Adolf; Chronik der Kirchengemeinde Immensen

Jubiläumsschrift '100 Jahre Kirchengemeinde Immensen'; St. Antonius-Kirchengemeinde Immensen, 2001